Saisonrückblick 2008/2009 Kreisliga B-Nord


Die SG Vordereifel legt den Nimbus der "Unaufsteigbarkeit" ab

Rückblick auf die Kreisliga B Nord
 Vordereifler siegen im Titelfinale gegen Weiler-Gevenich - Nur Mastershausen muss absteigen

SIMMERN/COCHEM. Die Tatsachen nach der Saison 2008/2009 in der Fußball-Kreisliga B Nord: Vordereifel steigt in die A-Klasse auf und tauscht den Platz mit Absteiger Kastellaun. Mastershausen muss in die C-Klasse runter, dafür rückt die Vordereifeler Reserve auf. Der Rückblick auf die Spielzeit:

Der Meister
Im Jahr 2002 ist die SG Vordereifel aus der Kreisliga A abgestiegen. Sieben lange Jahre mussten die Vordereifler auf die Rückkehr warten. Die SGM war trotz alljährlicher Vorschusslorbeeren dermaßen "unaufsteigbar", dass auch in dieser Saison keiner so recht an die Meisterschaft glaubte. Bestätigt wurden die Skeptiker Anfang März. Zum Auftakt nach der Winterpause verlor Vordereifel mit 0:1 gegen Vorderhunsrück - und hatte acht Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Doch dann brach Vorderhunsrück völlig ein, Vordereifel setzte genau wie Weiler-Gevenich zu einem unwiderstehlichen Endspurt an. Punktgleich liefen beide Klubs ins Ziel. Ein Endspiel um den Titel musste her. In Büchel behielt Vordereifel die Nerven und bezwang Weiler vor 600 Fans mit 3:0. Unaufsteigbare Vordereifeler - das war einmal.

Der Verfolger
Zwei Riesen-Chancen zum Aufstieg verstolperte die SG Weiler-Gevenich. Das Titelfinale gegen Vordereifel ging in die Hose. Der SGW blieb die Relegation als Trostpflaster. Am Ende hatte Weiler Trost nötig. Gegen Büchel hätte ein Remis gereicht. Weiler führte nach 60 Minuten mit 2:0 - was sollte schiefgehen? Alles. Büchel drehte das Spiel, gewann in letzter Minute mit 3:2 und versperrte Weiler den Weg ins Kreisoberhaus.

Das Mittelmaß
Ist Platz drei schon Mittelmaß? In der B Nord diesmal schon. Die Platzierungen der SG Nörtershausen (3.) oder des besten Aufsteigers TuS Uhler (4.) sind top, aber 44 Punkte sind nicht mehr als Durchschnitt - ohne die Leistung der beiden Klubs zu schmälern. Kritik hat die SG Vorderhunsrück verdient, die einen Absturz sondergleichen hinlegte. Bis zur Winterpause distanzierte die SGV die Konkurrenz, um danach völlig einzubrechen. In den ersten 14 Partien gab es zehn Siege, in den restlichen zwölf Spielen nur noch zwei Dreier. Die SG Hambuch kam schwer in die Gänge (zweiter Sieg im neunten Spiel), um dann das Feld von hinten aufzurollen. Neuling SG Morshausen (beste Abwehr der Liga) verpasste im letzten Saisonviertel (vier Pleiten) eine Top-Platzierung. Der SSV Ellenz-Poltersdorf wurde seinen Ambitionen nur in der Hinrunde gerecht, danach stürzte der SSV von Rang zwei auf acht ab. Die SG Masburg schoss wie immer viele Tore, und kassierte noch mehr - dann reicht es nur zu Rang neun. "Mittelmäßig" darf sich auch Aufsteiger SG Bremm II fühlen, weil er trotz der 29 Zähler nie in die Bredouille geriet.

Die Geretteten

Knapp war"s trotz fünf Punkten Vorsprung am Tabellenende: Die SG Auderath (Tabellenführer nach drei Spieltagen) rettete sich erst am vorletzten, die SG Macken (sieben Zähler aus den letzten drei Partien) sogar erst am letzten Spieltag. Der SV Buch drehte erst nach dem regulären Saisonende auf: Als Vorletzter konnte sich der SV nur durch zwei Hintertürchen retten. Hintertür 1: Ein Sieg im Entscheidungsspiel gegen den B-Süd-Vorletzten Dickenschied. Das gelang beim 10:9 nach Elfmeterschießen auf dramatische Weise. Hintertür 2 ging auf: In der Relegation gab sich Buch keine Blöße und bleibt in der B Nord.

Der Absteiger
Die Sportfreunde Mastershausen traf es im zweiten Jahr nach dem Aufstieg. Schwächen in der Defensive (67 Gegentore) und vor eigenem Publikum (nur drei Heimsiege) werden meist mit dem Abstieg bestraft.

Die Trainerwechsel
Drei an der Zahl: Marco Span musste in Mastershausen sein Amt aufgeben - genau wie Jörg Kabelitz in Buch und Dirk Gerhartz in Masburg. Die Nachfolger Manfred Mähser, Carsten Hummes und Thomas Schwall waren nicht erfolgreicher.

Die Statistik
652 Tore fielen in 182 Partien. Das macht einen Schnitt von 3,58 Toren pro Spiel. 92 Mal gewann die Heimelf, 50 Mal waren die Gäste siegreich, 40 Begegnungen endeten Remis. Meister Vordereifel war laut Fairnesswertung das fairste, Hambuch das unfairste Team.