1. Hauptrunde
SG Vordereifel - SG Andernach 1:2 n. V. (1:1, 0:0)
 
Zwar schied Bezirksligist SG Vordereifel durch ein 1:2 nach Verlängerung in der ersten Runde im Fußball-Rheinlandpokal gegen den Rheinlandligisten SG Andernach aus dem Pokalwettbewerb aus, aber um es gleich vorweg zu nehmen: Die Elf von Trainer Peter Geisen zeigte eine ansprechende Leistung. Insbesondere ihr kämpferischer und disziplinierter Auftritt über weite Phasen der Partie überzeugte und mit ein wenig Glück wäre gegen den klassenhöheren Gegner sogar mehr drin gewesen.

Zwar dominierten die Gäste die Partie, aber wirkliche Torchancen erspielten sie sich kaum, die klareren Möglichkeiten lagen sogar auf Seiten der Gastgeber. Die SG vom Rhein legte vom Anpfiff weg den Vorwärtsgang ein, übernahm schnell das Heft des Handelns in die Hand und versuchte es vorwiegend mit langen Bällen in die Spitze. Aber ohne Erfolg. Die Heimabwehr ließ nichts anbrennen. Gästetrainer Franz-Josef Kowalski hatte das auch so erwartet. "Vordereifel war nie unser Wunschgegner, weil sie sehr unbequem sein können. Wir haben leider keine Lösung zum Toreschießen gefunden und müssen deshalb hochzufrieden mit dem Weiterkommen sein."

Die Seiten wurden nach 45 Minuten bei 0:0 gewechselt. Nach dem Kabinengang kam dann schnell mehr Bewegung ins Spiel. Gäste-Sturmtank Jan Hawel war es, der einen Ball von Kim Kossmann unbedrängt mit dem Kopf zum 0:1 einnickte (52.). Vordereifel wurde jetzt mutiger, zog das Tempo an und wurde unter Mithilfe der Gäste bei einem Freistoß aus 25 Metern belohnt. Während Gästekeeper Niklas Nett noch seine Mauer stellte, nutzte Patrick Stein schlitzohrig die Situation aus und machte das 1:1 (77.). Und es hätte noch besser für die Geisen-Truppe kommen können. Zuerst verpasste Trainersohn Max Geisen in aussichtsreicher Position einen Ball von Julian Hartmann nur um einen Wimpernschlag (89.) und dann verpasste die von Stein getretene Kugel das leere Gästetor nur um Haaresbreite (90.). Zuvor hatte Nico Anheier die Gelb-Rote-Karte gesehen, weil er einen Freistoß ausgeführt hatte, obwohl der Ball von Schiedsrichter Mario Schmidt noch nicht freigegeben war (88.).

Also musste Vordereifel in Unterzahl in die Verlängerung. Im Spiel augenscheinlich wurde das aber nicht, denn die Heimelf überzeugte weiter mit großem Kampfgeist, auch wenn bei einigen Spielern der Kräfteverschleiß sich allmählich bemerkbar macht. Pech hatte dann erneut Stein, als sein Schuss ins lange Eck noch im letzten Moment von einer gegnerischen Fußspitze zur Ecke abgelenkt wurde (110.). Andernach nutzte dann die einzige Gelegenheit durch den Kopfball von Daniel Kossmann zum Siegtreffer (113.). Einen etwas unrühmlichen Schlusspunkt in einem guten Pokalspiel setzte der erst kurz zuvor eingewechselte Andernacher Jan Kölzer, als er an der Mittellinie Algin Williams völlig unnötig heftig von hinten foulte. Die logische Konsequenz war die Rote Karte (120.). Vordereifels Trainer Geisen zeigte sich trotz des Ausscheidens zufrieden: "Ehrlich gesagt, wir hätten nach 120 Minuten ein Elfmeterschießen verdient gehabt. Aber vorher hatten wir schon unsere Chancen, machen das Tor aber nicht. Andernach nutzt seine Möglichkeiten und gewinnt. Dafür spielen sie auch eine Klasse höher. Ich bin aber stolz auf meine Jungs, die sich an meine Vorgaben gehalten haben."


Der junge Vordereifeler Neuzugang Kevin Dreidoppel (in Rot, links) zeigte beim unglücklichen Pokal-Aus nach Verlängerung gegen Rheinlandligist SG Andernach eine beherzte Leistung. Für Bezirksligist Vordereifel traf zum zwischenzeitlichen 1:1 Patrick Stein (rechts), Andernachs Führung zum 1:0 hatte Jan Hawel (links) besorgt. Das Siegtor in der Verlängerung schoss Daniel Kossmann für die Gäste vom Rhein.
Foto: Alfons Benz

Tore: 
0:1 Hawel (52.), 1:1 Stein (77.), 1:2 D. Kossmann (113.)

Besonderheiten:
Gelb-Rote Karte für Anheier (SGV) wg. Unsportlichkeit (88.)
Rote Karte für Kölzer (SGA) wg. groben Foulspiels (120.)

Schiesdrichter:
Mario Schmidt (Daun)

Zuschauer:
150

SG Vordereifel
Sesterhenn, Hammes (106. Stroh), Geisen, Williams (120. T. Göbel), Hoffmann (50. S. Diensberg), Feldhausen, T. Hartmann, J. Hartmann, Dreidoppel, Anheier, Stein

SG Andernach
Nett, Hilt, Ph. Schmitz, Unruh, Neunheuser, K. Kossmann, D. Kossmann, P. Schmitz, Egorov (68. Hipke), Kaltenborn, Hawel (114. Kölzer)